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Der FC Regensdorf setzt auf Frauenpower

Zwar sind im Fussball nach wie vor die Männer dominierend, doch die Frauen holen auf. Beim FC Regensdorf nehmen vermehrt auch Frauen wichtige Vereinsfunktionen war. Vorurteile gibt es trotzdem noch.


«Wenn das Wort Fussball fällt, denken viele an Männer. Frauen werden in dieser Sportart unterschätzt», sagt Stefanie Della Torre, die aktiv bei den Frauen 1 des Teams Furttal Zürich spielt und seit 2016 Mitglied ist im Vorstand des FC Regensdorf (FCR). Dort vertritt sie die Frauenmannschaften. «Mit meiner Funktion möchte ich zeigen, dass auch wir Frauen unseren Beitrag für den Verein leisten», so die 29-Jährige weiter. Und damit ist sie nicht die Einzige.


Mittlerweile nehmen gleich mehrere Frauen wichtige Funktionen im Verein wahr, unter anderem auch dank des aktuellen Präsidenten Peter Zoro. Er hat früher Frauenmannschaften trainiert und unter anderem das Team Furttal Zürich ins Leben gerufen. Durch seine Amtsübernahme 2019 sei auch seine Frau Natalie Zoro in die FCR-Familie reingerutscht, wie sie erzählt. «Ich unterstütze den Sport mit meinen administrativen Fähigkeiten.» Sie organisiert die Generalversammlung, stellt Rechnungen aus, verschickt Mahnungen. Dabei beisse sie hin und wieder auf Granit. «Wenn ich unangenehme Themen anspreche, kann es vorkommen, dass ich

als junge Frau nicht ernst genommen werde.» Dann könne sie aber auf die Unterstützung ihrer männlichen Vorstandskollegen zählen, die voll und ganz

hinter ihr ständen. Ansonsten werde sie aber nicht anders behandelt, nur weil sie

eine Frau ist. Im Gegenteil. «Im Verein intern ist die Geschlechterrolle kein Thema», sagt die 34-Jährige. So sei es auch eher ein Zufall, dass die Anzahl Frauen, welche als Vorstandsmitglieder und Funktionärinnen amten, in den letzten Jahren zugenommen hat. «Der FCR hat nicht nach einer Leiterin Finanzen gesucht, sondern mit Charlotte die passende Person gefunden.»


Mit Herzblut dabei

Charlotte Mazotti hat die Finanzen vor einem Jahr übernommen und wurde im August in den Vorstand gewählt. Dem Verein verbunden ist sie aber schon weit länger. «Zwei meiner Kinder spielen bei den Junioren des FC Regensdorf. Vor Corona habe ich praktisch jedes Wochenende auf dem Fussballplatz verbracht », erzählt Mazotti. Ihre zwei Jungs seien eine zusätzliche Motivation gewesen, sich ehrenamtlich einzubringen. Aber nicht nur. «Meine Motivation ist ganz klar auch der soziale Kontakt zu allen, die beim FCR mitwirken.» Ihre Tätigkeit sei doch ziemlich zeitintensiv, «man muss mit Herblut dabei sein».


Frauen nach wie vor eine Minderheit

Wer den FC Regensdorf schon länger verfolgt, dem fiel womöglich auf, dass dieser seit rund einem halben Jahr über eine neue Homepage verfügt. Diese hat Mara Locati gestaltet, die zudem auch für die Social-Media-Kanäle Instagram und Facebook zuständig ist. «Meine Aufgabe ist es, den Verein gut darzustellen.»

Auch Locati spielt Fussball seit sie ein kleines Mädchen ist. «Es bestehen nach wie vor Vorurteile gegenüber dem Frauenfussball », findet die 24-Jährige. Aber: «Wir erhalten mittlerweile mehr Wertschätzung, das ist schön.» Insbesondere im Verein wachse man immer mehr zusammen, respektiere sich gegenseitig, schaue sich die Spiele des anderen an. Und dennoch müssten Frauen Visibilität schaffen, zeigen, dass sie da sind, um nicht vergessen zu gehen. «Wir sind nach wie vor eine Minderheit», sagt Stefanie Della Torre, «trotzdem ist unsere Freude am runden Leder genauso gross wie bei den Männern.» Sie sei keine Emanze, die sich vordrängen und exponieren möchte. «Wir Frauen wollen doch einfach tschutten und dafür akzeptiert werden.» Und sie ergänzt: «Sicher wäre es lässig, wenn wir noch mehr Frauen für den Sport gewinnen könnten. » Je mehr fussballinteressierte

Frauen es gäbe, desto mehr könnte man für ein Jöbli im Verein gewinnen. «2016 war ich noch die einzige Frau im Vorstand. Jetzt sind wir doch schon zu zweit sowie ein paar mit Schlüsselfunktionen. Das ist eine riesige Entwicklung, die im letzten Jahr passiert ist.»


Ganz neu dabei ist Milica Ivetic – mit ihren 18 Jahren das «Nesthäkchen» in

der Runde. Sie ist seit kurzem für die neu geschaffene Stelle «Leiterin Marketing» verantwortlich und gerade dabei, ein passendes Logo für den FCR zu kreieren. Dazu wurde auch ein Wettbewerb ins Leben gerufen. Dass sie mit Abstand die Jüngste ist, stört die Fussballerin nicht. «Es ist eher ein Vorteil. Ich kann viele Erfahrungen sammeln.» Natürlich gäbe es hin und wieder einen blöden Spruch, «aber diese Leute machen nur Spass».

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