Seit 1993: Damenabteilung

Die Damenabteilung des FC Regensdorf gibt es nun schon seit neunzehn Jahren. Zwischen gestern und heute hat sich viel ereignet. Während es im Jahre 1993 noch eher ungewöhnlich war, Frauenfussball zu spielen bzw. eine Damenmannschaft im Verein zu haben, gibt es heute darüber kein grosses Erstaunen mehr. Viele Fussballvereine haben mittlerweile eine Juniorinnen- und Frauenmannschaft.  Frauen- und Juniorinnenfussball sind salonfähig und sehenswert geworden.

Die Aufnahme des DFC Malibu als vereinseigene Mannschaft wurde beim FCR an der GV von 1993 beschlossen. Ursprünglich war die Truppe eine Grümpi- und Plauschmannschaft, die an Wochenenden an Dorfturnieren mitspielte. Die Damen kannten sich privat und trafen sich regelmässig im gleichnamigen „Dancing Malibu“ im Hotel zur Au in Dällikon. Bereits seit einem Jahr erhielten die Damen beim FC Regensdorf Trainingsmöglichkeiten, weshalb sie sich mit einer Teilnahme als reines Damenteam in der Mixed Kategorie des FCR-Grümpis bedankten. Die Aussicht, bald zum FC Regensdorf zu gehören und am richtigen Meisterschaftsbetrieb teilnehmen zu können, motivierte auch junge Spielerinnen, dem Team beizutreten. Christoph Knobloch, der damalige Trainer der Damen, begleitete diesen Schritt in die Meisterschaft engagiert. Die motivierte Trainingstätigkeit der Damen im Wisacher blieb dann auch nicht geheim. Junge Frauen des Leichtathletik Club Regensdorf schielten während ihres Kugelstoss-Trainings neidisch durch den Zaun hinüber auf den Fussballplatz. Noch im gleichen Jahr verlor der LCR vier bis fünf engagierte Sportlerinnen an den FCR, und das Damenteam verfügte bald über ein ansehnliches Kader.

Die Saison 1993/94 war dann die erste Meisterschaftssaison der FCR Damen. Als erster Gegner wartete ausgerechnet das starke und berüchtigte Team aus Schwerzenbach. Es war ein heisser August-Sonntag und die Nervosität gross. Die Damen kämpften unter der Leitung von Captain Rita Vollenweider motiviert und für die Gegnerinnen unerwartet stark, so dass schliesslich ein erfolgreiches 1:1 resultierte. Die ganze Saison spielte das Team überraschend stark.

Selbstverständlich gab es auch beim FCR Skeptiker, die einer Gründung eines Damenteams mit gemischten Gefühlen entgegen schauten. Der Frauenfussball wurde noch immer ein bisschen belächelt und hatte damals noch keine starke Lobby. Erfreulicherweise wendete sich dieses Blatt aber schnell, und bald waren auch anfängliche Zweifler am Spielfeldrand auszumachen. Die Gründung einer Damenabteilung war für den Verein nämlich vor allem neben dem Spielfeld ein grosser Gewinn. Die jahrelange Präsenz einiger Damen im Vorstand (z.B. Manuela Schumacher-Kreinz, Barbara Egger-Eschenmoser) oder in der Redaktion des Cluborgans „Rägi Kicker“ (z.B. Karin Egli) führten dazu, dass die Damen bald fest im Verein integriert waren. Ebenfalls unverzichtbar für den FCR wurde das Schiedsrichter-Engagement von Tanja Citherlet-Potzmader. Sie schaffte es in ihrer Karriere bei den Damen bis in die höchste und bei den Herren bis in die 2. Liga. Noch heute übt sie als Inspektorin eine wichtige Funktion im Schiedsrichterwesen aus. Die Damen halfen aber auch an verschiedenen Anlässen tatkräftig und engagiert mit. Am damals sehr populären FCR-Grümpelturnier im Roos waren die Damen sehr präsent und übernahmen den Service. Dies kam allgemein gut an. Sie bewiesen bei solchen Gelegenheiten auch gerade, dass sie gut feiern können – wie kann das anders sein als ehemalige Plauschmannschaft. Durch all diese Aktivitäten wurden die Damen bald zu einem festen Bestandteil des FCR.

Fussballerisch gesehen mussten die Damen in den nächsten Jahren viel lernen und immer wieder mit hohen Niederlagen fertig werden. Erfahrene Spielerinnen fehlten im Team des FC Regensdorf, weshalb auch das technische und taktische Grundkönnen fehlte. Die Spielerinnen machten aber konstant Fortschritte. Nach einem Trainerwechsel im Jahre 1995 gab es im Frühjahr 1996 das erste viertägige Trainingslager in Erba, nahe dem Comersee. Ausgerüstet mit Trainer Benny Zeltner, Co-Trainer Jean Schmid und Torhütertrainer Peter Potzmader war das die erste halbprofessionelle Vorbereitung in eine Rückrunde. Sofort lernten Team und Trainer die Vorzüge eines Trainingslagers schätzen. Nicht nur sportlich, sondern vor allem kameradschaftlich waren solche konzentrierte Trainingstage ein riesen Gewinn. Dem Trainingslager in Erba folgten in den nächsten Jahren weitere, wöchige Lager in Zypern, Mallorca oder Benidorm.

Im Jahr 1998 wurde die Juniorinnenmannschaft gegründet. Einerseits war ein grosses Interesse von jungen Mädchen am Fussball entstanden. Andererseits war natürlich auch der FC Regensdorf und insbesondere das Damenteam fest daran interessiert, einen hauseigenen Nachwuchs zu haben und irgendwann auf bereits erfahrene und technisch versierte Spielerinnen zurückgreifen zu können. Daniela Gossweiler übernahm mit Hilfe von Anita Julier die Organisation und Führung des Juniorinnenteams. Den Auftakt machte ein von der Damenmannschaft organisiertes Spaghettiessen im GZ Roos. In den nächsten Jahren war es dann soweit, dass junge Spielerinnen ins Damenteam eingeführt werden konnten, was nicht nur fussballerisch von Vorteil, sondern auch personell eine Erleichterung war. Leider löste sich die Juniorinnenmannschaft im 2002 mangels Spielerinnen wieder auf.

Immer wieder wurde die Damenmannschaft über die Jahre vor allem personell an die Grenzen gebracht. Einerseits gab es viele Trainerwechsel, was eine konstante Arbeit verhinderte. Zeitweise stand die Mannschaft ohne Trainer/in da. Andererseits gab es immer wieder Verletzungen oder Abgänge von Spielerinnen. 1997/98 traten zehn Spielerinnen innerhalb eines Jahres aus dem Verein aus. Mit der Zeit spielte auch der „Transfermarkt“, denn bekanntlich bleiben erfolgreiche Teams oder Einzelspielerinnen nicht unbemerkt. Stärkere Spielerinnen wie z.B. die Stürmerinnen Mary Garozzo oder Sonja Kehrer-Schumacher erhielten die Chance, sich in der Nationalliga A oder B weiter zu entwickeln. So war das FCR-Kader beispielsweise im Jahr 1998 so klein, dass ein Weiterspielen in der Meisterschaft in Frage gestellt werden musste. Man diskutierte sogar den Zusammenschluss mit den Damen des FC Polizei, was allerdings die Auflösung der FCR Damen bedeutet hätte. Für diesen Schritt war aber doch zu viel Herzblut in der Sache, so dass die Damen und der Verein hartnäckig – und schliesslich mit Erfolg - um ihr Weiterbestehen kämpften. Glücklicherweise spielte der „Transfermarkt“ ja nicht nur gegen, sondern eben auch für das Damenteam. Künftige Trainer und erfahrene Spielerinnen wurden aufmerksam auf die FCR Damen. So zum Beispiel Guido Wigger, der mit Claudia Romer-Zbinden als Co-Trainerin und ehemalige Nati A-Spielerin im Jahr 2003 das Team übernahm und viel Ruhe und Beständigkeit brachte. Solche Glücksfälle sorgten für gute und erfolgreiche Höhepunkte. Bis heute konnte das Damenteam die Meisterschaftsteilnahme immer gewährleisten. Beteiligt an dieser positiven Bilanz war massgeblich der Vorstand des FCR. Das Damenteam konnte sich immer voll und ganz auf die Vereinsführung und deren Unterstützung z.B. bei der Trainersuche verlassen; eine schöne und vorbildliche Zusammenarbeit. Hinzu kommt, dass einige Spielerinnen wie z.B. Kehrer-Schumacher nach einigen Jahren Auswärtserfahrung wieder ins Team zurückkamen; ein Zeichen dafür, dass der Verein nicht nur auf sportlicher, sondern auch auf emotionaler Ebene Spuren hinterlassen konnte. Im 2003 konnte die Damenabteilung ihr 10-jähriges Bestehen mit einem Ehemaligen-Freundschaftsspiel und anschliessendem Spaghetti-Essen feiern.

Mit zunehmender Erfahrung des Teams wurden auch die Ziele höher gesteckt. Es genügte nicht mehr, einfach in der 2. Liga zu spielen. Man wollte dann immerhin die Rückrunde in der Elitegruppe bestreiten oder Ende Saison in die 1. Stärkeklasse aufsteigen. Solche Perspektiven waren immer auch wichtig für die Motivation und den Biss im Team. Die faire und engagierte Spielweise des Teams blieb dem FVRZ nicht verborgen. Im Jahr 2004 gewann das Team den FVRZ-Fairness-Preis. Leider wirkten sich zahlreiche Verletzungen und Austritte sowie die Auflösung des Juniorinnenteams erneut negativ auf das Mannschaftskader aus, so dass erneut über eine Auflösung diskutiert wurde. Auch diese konnte man abwehren. Seit dem Sommer 2007 wird das Team engagiert, professionell und zuverlässig von Peter Zoro trainiert. (Karin Egli)

Im Frühjahr 2009 nahm sich ein Trio bestehend aus Peter Zoro, Marcelle Witter und Fredi Leiser vor, den Frauenfussball im Furttal zu revolutionieren. Die Idee bestand darin, eine gut organisierte Anlaufstelle im Furttal für Fussballverrückte Frauen und Mädchen ins Leben zu rufen. Nach mehreren nicht immer ganz einfachen Gesprächen zwischen den Vorständen des FC Regensdorf, FC Zürich Affoltern und FC Buchs-Dällikon wurde im Juli 2009 beschlossen, fortan alle Frauen und Juniorinnenmannschaften in einer Gruppierung zu vereinen. Die Juniorinnen-Teams, die aus dem gut geführten FC Buchs-Dällikon stammen, traten von da an unter dem Namen Team Furttal an. Aus den aktiven Damenmannschaften des FC Regensdorf und FC Zürich-Affoltern wurde ein gemeinsames und schlagkräftiges Team gebildet, welches unter dem Namen FC Regensdorf/ZH Affoltern 1 bereits in der Ersten Saison den Aufstieg in die 2.Liga schaffte.

Als Dreh- und Angelpunkt für den aktiven Frauenfussball hat sich der FC Regensdorf etabliert und ist diesbezüglich federführend. Im Bereich der Juniorinnen liegt der Lead nach wie vor primär beim FC Buchs-Dällikon, welcher in enger Absprache mit dem FC Regensdorf für qualifizierten Nachwuchs sorgt.

Seit Sommer 2010 ist diese Gesamtgruppierung in Ihrer Organisation und Auftreten bestens konstitutioniert. So nennen sich seit jenem Zeitpunkt auch alle Teams gleich: „Team Furttal Zürich“. Auch wurden eigene Trainer, Logo und andere Ausrüstungsgegenstände entwickelt, so dass diese Verbundenheit auch gegen aussen unverkennbar ist.

Der Frauenfussball im Furttal ist heute erfolgreicher und strukturierter als je zuvor. Mit gegen 70 Juniorinnen und ca. 25 aktiven Fussballerinnen hat er sich zur drittgrössten Anlaufstelle für Frauenfussball im Kanton Zürich entwickelt. Darauf darf man stolz sein und hoffen, dass sich diese tolle Gemeinschaft auch in den nächsten Jahren weiter ausbauen lässt und auch in Zukunft eine institutionalisierte Grösse bleibt. (Peter Zoro)

Karin Egli und Peter Zoro